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STYRIA PIG: EINE SEHR MISSGLÜCKTE IMAGEKORREKTUR

Am 10. September hat Herr Reinisch in der Gratis-Wochenzeitung „der Grazer“ ein ganzseitiges Inserat mit dem Titel Schweinezucht: „Die ganze Wahrheit“ geschaltet. Er schreibt: Jede Schweinemutter bringt von Natur aus circa zwei tote Kinder auf die Welt. Bis die Kleinen 30 Kilo schwer sind, sind es noch weitere zwei bis drei, die versterben, somit hat jede Schweinemutter in einem Zyklus rund fünf tote Ferkel. Wenn ein freilaufendes Muttertier ihre Kinder auf einer großzügigen Wiese gebärt, gibt es bei einem Geburtenzyklus acht bis zwölf tote Ferkel.“

Der erste Teil soll die Erklärung für die hohe Zahl an Todesfällen sein. Für uns ist das die Erklärung, dass die industrielle Tierhaltung ein unverschämt mörderisches Geschäft ist und in Wahrheit untragbar für eine zivilisierte Kultur. Sterben tut weh. Kinder zur Welt bringen tut weh. Ein „Leben“ in der Massentierhaltung bringt nichts als Leid. Und wofür? Jeder verantwortungsvolle Mensch, der solche Menschereien unterstützt, sollte sich diese Frage stellen!

Wir haben Experten zum Thema befragt und die folgenden Antworten bekommen: In der Tierindustrie bringt ein Mutterschwein heute 10 bis 13, manchmal sogar 18 Junge zur Welt. So viele Schweine als möglich zu „produzieren“ ist natürlich das Hauptziel. In der freien Natur muss die Mutter erst gar nicht auf so viele Ferkel aufpassen – eine Wildschweinbache würde etwa 5 bis 6 Junge haben. Daneben würde eine gesunde, freilebende Schweinemutter, die ihren Bewegungsdrang ausleben und auch alle anderen arttypischen Bedürfnisse stillen könnte, ungleich fitter, beweglicher und natürlich viel lieber Mutter sein. Schweine, die ein lebenswertes Leben haben, würden alles dafür tun, dass ihren Ferkeln nichts passiert. Sie hätten einen natürlichen Mutterinstinkt. Das triste Leben in der industriellen Tierhaltung hat aus den Tieren Produktionseinheiten gemacht. Unglückliche Fleischberge. Mütter produzieren nur noch mehr Leid. Mutterinstinkte sind in der modernen Schweinewelt nicht angebracht, weil eine Mutter ihre Kinder vor so einer Welt ohnehin nicht beschützen kann.

Am Labonca Biohof von Norbert Hackl leben an die 400 Schweine auf einer Freilandfläche von 250.000m². Sie können ihre ureigensten Bedürfnisse wie suhlen, wühlen, galoppieren oder auch „nur“ Mama sein, ausleben, wie es auf der Homepage steht.

Für Menscherei stellt Herr Hackl seine Erfahrungen mit der Freilandhaltung folgendermaßen dar:

Mutterschweine haben vor, während und nach der Geburt ihrer Ferkel hormonell bedingte Bedürfnisse. Vor allem geht es um das Ausleben dieser Bedürfnisse, wie die freie Wahl des Geburtsplatzes (Schweine würden etwa keinen verstrahlten Platz wählen) oder den Bau eines Geburtsnestes mit Baumaterialien wie Stroh, Gras, Ästen usw. Zudem ist für das Wohlbefinden aller Schweine wichtig, dass sie eine Suhle haben, Erde zum Wühlen und Platz zum Galoppieren.

Wenn diese Urbedürfnisse gestillt werden können, geht die Mutter zufrieden in eine gut vorbereitete Geburt.

Selbst wenn bei der Geburt dann z.B. ein Ferkel oder zwei tot geboren werden, weil dies in der Natur vorkommt, wird die Mutter aber dafür sorgen, dass die anderen Ferkel gut behütet und wohl ernährt die nächsten 4-6 Wochen an ihrer Seite verbringen.

Im Durchschnitt kann man von einem bis max. zwei toten Ferkeln pro Geburtszyklus in der Freilandhaltung sprechen, unter der Voraussetzung dass die Muttertiere ihre Bedürfnisse ausleben dürfen und sie gesund und gut ernährt sind.

ABER: jede Abferkelsituation die nicht auf die Bedürfnisse der Muttertiere eingeht, würde ganz sicher mehr tote Ferkel bringen, also auch, wenn die Ferkel „frei“ – wie auch immer das zu verstehen ist – herumlaufen können. Und erst recht, wenn Mutter und Ferkel in einem Stall eingesperrt sind, ohne Suhle, ohne Erde, ohne Freiheit….ohne Geburtsnest und womöglich auch noch auf einem „verstrahltem“ Platz.

Es soll und darf sich jeder selbst sein Bild von „der Wahrheit“ machen!

 

Bericht Gericht Graz Leibnitz Steiermark Tierrechte

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Ich wollte immer freier sein und mutiger, und die geltenden Spielregeln habe ich schon als Kind angezweifelt. Meine Fragen waren immer: Warum tun die Menschen all das der Natur, den Tieren, einander und sich selbst an? Wofür? Die Erklärungen waren und sind für mich ebenso erbärmlich wie unglaubwürdig. Meine für mich selbst gefundenen Antworten waren immer die einzigen, denen ich vertrauen konnte. Vegan zu leben ist eine davon und - davon bin ich felsenfest überzeugt - auch die einzige ehrliche Möglichkeit im Bemühen um eine bessere Welt.

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