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ÖSTERREICHS LEBENSMITTELHANDEL UND DIE ACHSE DES BÖSEN

Die Dinge beim Namen zu nennen wie sie sind, wenn es auf Kosten anderer, nämlich der Tiere geht, das tun nur die wenigsten Leute. Die Angst vor Repressionen und vor Klagen sind groß. Da ist es einfacher, still und heimlich den Aufdeckern recht zu geben, aber selber hat man ja was zu verlieren. Man hat Haus, Kinder und einen Job, da kann man sich die Meinungsfreiheit nicht mehr leisten. Die Medien sind abhängig von ihren Auftraggebern, von diesen brav durch Inserate gefüttert. Da bleibt kein Platz mehr für kritische Berichterstattung. Man will sich ja nicht selber schaden und das tut man, wenn man Anzeigen verliert.

Wenn man in Österreich etwas aufdeckt, das die Wirtschaft als störend empfinden könnte, dann hält sich diese erst einmal ruhig oder reagiert gar nicht. Nur wer uns kennt, der weiß, dass wir niemals nachgeben. Wie diesem Blog und zahlreichen Medienberichten zu entnehmen war, hat der größte österreichische „Ferkelerzeuger“ (ein Wort, das nur einem Profiteur der Tierquälerindustrie einfallen kann) Styria Pig sehr viel auf dem Kerbholz. Vor Jahren verseuchte diese GmbH einen Bach in der Nähe einer ihrer Tierfabriken. Im letzten Jahr deckte Menscherei auf, dass in einem Styria Pig-Betrieb wohl ein Massensterben unter Ferkeln und Jungschweinen stattgefunden hat bzw. üblich ist. Denn „alles normal“, befand einer der Betreiber und Steinmetzmeister Franz Reinisch. Gleich darauf verklagte er mich persönlich und verlor. Er ging bis zum Oberlandesgericht, denn es kann nicht sein, dass das mörderische Geschäft von einem Tierschützer gestört wird. Er erdreistete sich sogar in der gratis Wochenzeitung „Der Grazer“ eine ganzseitige Anzeige zu schalten, um mich dort namentlich anzugreifen.

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Doch fast ebenso so skandalös wie die Machenschaften der Styria Pig ist das Verhalten des Handels. Menscherei hat an REWE, Spar Österreich und Hofer eine E-Mail verfasst um zu erfahren, ob (und das ist beim größten „Ferkelerzeuger“ mit Sicherheit anzunehmen) sie von Styria Pig direkt oder indirekt die Tiere beziehen, die sie dann als „heimische Qualität“ verkaufen. Nun, REWE und Spar haben sich tot gestellt. Hofer antwortete mit einem eindeutig vorgefertigten E-Mail, das wohl jeder Mensch erhält, wenn er sich über ein nicht original versiegeltes Gurkenglas oder dergleichen beschwert. Der Handel, der sich immer wieder hinter „Tierwohl“- und ähnlichen PR-trächtigen Siegeln und Bezeichnungen versteckt, ist sich seiner Verantwortung gegenüber den Tieren, der Umwelt und nicht zuletzt den Menschen offensichtlich nicht bewusst. Die Handelsketten machen sich mitschuldig daran, dass solche Riesenanlagen wie die der Styria Pig in der Steiermark überhaupt erst entstehen können. Es ist eine Schande, dass so viel Geld in Werbung gesteckt wird, aber hinter den Kulissen mit den Tieren umgegangen wird, als wären wir in einem Tierschutz-Entwicklungsland, und nicht in Österreich, das sich ja immer wieder rühmt, das Land mit dem besten Tierschutzgesetz zu sein. Wo kein Kläger, da kein Richter, und wenn es dem Handel ernsthaft um das Wohl der Tiere gehen würde, dann hätten die Verantwortlichen gefälligst dafür zu sorgen, dass interne Kontrollmechanismen aktiviert werden, die dann auch funktionieren. Betriebe wie Styria Pig sind eine Schande für Österreich und sollten vom Handel boykottiert und von den Gesetzgebern verhindert werden.

Österreich NATIONAL

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Jochen Krieger View All →

Tierrechtler, Autor, Musiker

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