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DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN

Feiern und gemeinsame Essen im Kreis der Familie oder mit den Arbeitskollegen sind für die meisten Menschen eine willkommene Abwechslung. Für Veganerinnen und Veganer werden solche Anlässe oft zu Horrortrips – weil es die passende Reaktion darauf, wenn liebe Menschen Tiere essen, nicht gibt.

Das kennen wir alle: entspanntes Zusammensein mit Freunden oder mit der Familie, die ehrliche Freude, einander wiederzusehen, und im nächsten Moment „game over!“, wenn das Essen serviert wird. Gerade noch haben wir uns so gut verstanden, und plötzlich ist da nur mehr Verständnislosigkeit, weil für uns das, was sie als leckere Speisen sehen, gequälte und ermordete Tiere sind.

Spanferkel, Schwein

Trotzdem gehen wir hin. Obwohl man sich dadurch wohl irgendwie automatisch mit dem ganzen Wahnsinn einverstanden erklärt. Also haben wir schon von vornherein ein mulmiges Gefühl. Wenn wir dann verzweifelt versuchen, die traurigen Klumpen auf den Tellern und auf ihrem Weg in die lachenden Münder nicht zu sehen und die Assoziationen zu verdrängen, all die schrecklichen Bilder der zu Tode vernutzten Tiere, dann wird uns das niemals gelingen, und schon ist es wieder da, dieses elende Gefühl des Versagens weil wir unsere Überzeugung, uns selbst und die hilflosen Tiere verraten.

Die Alternative wäre, die Schuldigen mit ihrer Schuld zu konfrontieren. Sollen wir unser Elend und das der Tiere also einfach laut herausschreien, zum soundsovielten Mal? Obwohl wir ganz genau wissen, dass uns hier sowieso keiner versteht und sie sich alle genervt oder mitleidsvoll abwenden werden, von dem frustrierten Eigenbrötler und der zickigen Spielverderberin? Weil in unserer Gesellschaft immer automatisch die Gesellschaft im Recht ist, und wenn jemand Erklärungsnotstand hat, dann sind das ganz eindeutig wir. „Wir tolerieren euch und eure eigenartigen Vorlieben, also müsst ihr uns und unser ganz normales Essverhalten bitteschön auch akzeptieren! Das kann ja wirklich nicht zu viel verlangt sein!“

Rindfleisch Top-Runde Topround Fleisch Leb

Eine ausweglose Situation. Wenn man mit den Tieren fühlt und manchmal trotzdem dabei sein will, bleibt einem letztendlich nur zu erkennen, dass beides gleichzeitig nur sehr eingeschränkt möglich ist – und auf jeden Fall immer auf unsere Kosten. Und dann fragen wir uns wieder, WARUM wir überhaupt dazugehören wollen, zu dieser Runde, zu diesen Menschen, die unsere Überzeugungen und unsere Empfindungen so kaltblütig ignorieren, in diese verantwortungslose Gesellschaft auf diesem so gnadenlos unbekümmerten Stern, und dann sagt die Mama, nachdem sie unser unglückliches Gesicht übersehen hat, dass wir ganz dringend toleranter werden müssen, weshalb wir ihr die Wahrheit in das Ihre spucken und ihr sagen, dass diese Leute wenigstens heute, wenn sie wirklich Wert auf unser Dasein legen würden, ohne Tierleichen Essen auskommen könnten. Und dann fahren wir geknickt nachhause und können uns nicht leiden, weil wir geschwiegen haben, und wir denken daran, was wir alles für die Tiere hätten sagen oder tun müssen, oder wir fahren geknickt nachhause und können uns nicht leiden, weil wir mit unseren Ansagen wieder einmal die ganze Stimmung zerstört und eher das Gegenteil von dem, was wir bewirken wollten, erreicht haben.

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Die Eindrücke solcher Tage verfolgen uns dann oft sogar noch bis in unsere schlaflosen Nächte, während die Tiereesser reinen Gewissens sind und allerhöchstens deshalb wach liegen, weil sie so spät noch so viel gegessen haben.

Und wenn wir an sie denken, dann bleibt uns nur die Hoffnung, dass sie in Wahrheit gar keine kalten Monster sind, sondern dass sie vielleicht wirklich nur nicht wissen, was sie da tun.

Ernährung International silvester Tierrechte vegan Weihnachten

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Claudia Maria View All →

Ich wollte immer freier sein und mutiger, und die geltenden Spielregeln habe ich schon als Kind angezweifelt. Meine Fragen waren immer: Warum tun die Menschen all das der Natur, den Tieren, einander und sich selbst an? Wofür? Die Erklärungen waren und sind für mich ebenso erbärmlich wie unglaubwürdig. Meine für mich selbst gefundenen Antworten waren immer die einzigen, denen ich vertrauen konnte. Vegan zu leben ist eine davon und - davon bin ich felsenfest überzeugt - auch die einzige ehrliche Möglichkeit im Bemühen um eine bessere Welt.

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